Willkommen bei der Tafel Frankenberg e.V.

Verteilen statt vernichten!

, Hoffmann Werner

Lebensmittel nicht für die Tonne

Verein Tafel Frankenberg zog Bilanz für seine Arbeit im vergangenen Jahr

Wir haben in Frankenberg das Glück, in den Geschäften der Region relativ gut verankert zu sein und auch zusätzliche Lebensmittelspenden zu bekommen“, freute sich Dekanin Petra Hegmann, als sie jetzt in der Jahreshauptversammlung des Vereins Tafel Frankenberg Bilanz zog für das vergangene Jahr. Auch die finanziellen Zuwendungen hätten gezeigt, dass der ge- meinnützige Verein mit seiner Idee, qualitativ einwandfreie, jedoch aussortierte Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen, in der Bevölkerung seinen Rückhalt habe.

Seit 2006 sorgt die damals so genannte „Frankenberger Tafel“ mit ihrem ehrenamtlichen Helferteam dafür, dass im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendbare Lebensmittel aus Läden und Bäckereien eingesammelt und an Menschen in Armut kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag verteilt werden. Derzeit versorgen im Tafel- Laden insgesamt 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 269 sogenannte „Bedarfsgemeinschaften“, das seien 437 Erwachsene und 289 Kinder an der Armutsgrenze, berichtete Petra Hegmann. Es sei eigentlich unvorstellbar, dass der 2. Mai von der Umweltorganisation WWF weltweit zum „Tag der Lebensmittelverschwendung“ erklärt worden sei, um drauf aufmerksam zu machen, dass rechnerisch alljährlich global alle vom Beginn eines Jahres bis zum 2. Mai produzierten Lebensmittel ungenutzt in der Mülltonne landeten, so die Frankenberger Tafel-Vorsitzende. „Sowohl im Handel als auch in unserem privaten Verhalten muss sich nachhaltig etwas verändern!“ Der Verein Tafel Frankenberg will sich mit einem Informationsstand am Familientag beim 775-jährigen Stadtjubiläum am 14. Juli beteiligen, beschlossen die Mitglieder. Dabei soll über den Zusammenhang von Lebensmittelrettung, Ressourcenschonung und Verteilung hochwertiger Nahrungsmittel an Bedürftige informiert werden.

In ihrem Rechenschaftsbericht konnte Birgit Fackiner, Finanzverwalterin des Tafel-Vereins, auf einen ausgeglichenen Haushalt verweisen, der neben den Mitgliedsbeiträgen, Kundeneinnahmen und Lebensmittelspenden durch rund 30 000 Euro an Spenden möglich geworden sei. Der Kauf eines neuen Transportfahrzeugs für Lebensmittel stehe an. Nach dem Bericht der Kassenprüfer Kurt Belohlavek und Kurt Battefeld wurde dem Tafel- Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Nach dem tragischen Tod des in vielen Bereichen aktiven Tafelkoordinators Hans- Jürgen Wilhelm im vergangenen Jahr sei die Arbeit in der Tafel Frankenberg mit verstärktem Kraftaufwand aller weitergegangen, berichtete Tafel-Vorsitzende Hegmann. Sie dankte insbesondere der Leiterin des Sortierteams, Ortrud Gelbke, dem Leiter des Fahrerteams, Michael Klawuhn, sowie Friedhelm Vaupel, der Koordinierungsaufgaben übernommen habe. „Ich danke außerdem allen Spendern, Unterstützern und Ehrenamtlichen des Tafel-Teams ganz herzlich!“

 

 HNA - Frankenberger Allgemeine vom 05.04.2019  Bericht und Foto: Karl-Hermann Völker